Fachbegriffe von A bis Z
Die BESS-Branche verwendet viele technische und wirtschaftliche Fachbegriffe. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten verständlich und kompakt.
Sekundärregelleistung, automatisch aktiviert zur Rückführung der Netzfrequenz auf 50 Hz nach einer Störung. Reaktionszeit: innerhalb 5 Minuten. Gehandelt auf der europäischen Plattform PICASSO.
Stationäres Batteriespeichersystem. Umfasst Batteriezellen, BMS, PCS, EMS sowie alle Systemkomponenten für den netzgekoppelten Betrieb im MW- bis GWh-Bereich.
Elektronisches System zur Überwachung und Steuerung von Batteriezellen. Überwacht SoC, SoH, Temperatur und Spannung jeder einzelnen Zelle. Schützt vor Über- und Tiefentladung sowie thermischen Ereignissen.
Verhältnis von Leistung (kW) zu Kapazität (kWh). 1C = vollständige Entladung in 1 Stunde. 0,5C = Entladung in 2 Stunden. Typische BESS für FCR arbeiten mit 1C–2C.
Software zur optimierten Steuerung des BESS. Koordiniert Laden/Entladen nach Marktpreisen, Netzsignalen und Betriebszielen. Entscheidend für Revenue Stacking und damit für die Wirtschaftlichkeit.
Primärregelleistung. Schnellste Regelreserve im europäischen Verbundnetz. Muss bei Abweichungen ≥ 10 mHz innerhalb von 30 Sekunden vollständig aktiviert sein. Wöchentliche Ausschreibung auf PICASSO.
Li-Ion-Chemie mit Eisenphosphat-Kathode. Vorteile: thermische Stabilität, 6.000–10.000 Zyklen, geringe Brandgefahr. Heute Standardtechnologie für stationäre Großspeicher.
Tertiärregelleistung (Minutenreserve). Manuelle Aktivierung durch den Netzbetreiber, Reaktionszeit bis 12,5 Minuten. Dient der Wiederherstellung von Regelleistungsreserven nach einer Störung.
Li-Ion-Chemie mit höherer Energiedichte (150–250 Wh/kg), aber geringerer thermischer Stabilität als LFP. Im stationären Bereich zunehmend von LFP verdrängt.
Bidirektionaler Wechselrichter. Wandelt DC der Batterie in netzkompatiblen AC und umgekehrt. Bestimmt Reaktionszeit, Wirkungsgrad und Netzdienstleistungsfähigkeit des BESS.
Strategie zur Erlösmaximierung durch gleichzeitige Teilnahme an mehreren Märkten (FCR, Arbitrage, Peak Shaving, Netzdienstleistungen). Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit moderner BESS-Projekte.
Wirkungsgrad des gesamten Lade-/Entladezyklus. Typisch für LFP-Systeme: 88–94%. Beeinflusst direkt die Wirtschaftlichkeit von Arbitrage-Strategien.
Ladezustand der Batterie in Prozent. Typischer Betriebsbereich: 10–90% SoC, um die Lebensdauer zu schonen.
Gesundheitszustand: Verhältnis aktueller zu ursprünglicher Kapazität. SoH 80% = noch 80% der Ursprungskapazität. Wichtige Kennzahl für BESS-Gutachten. Mehr: BESS-Gutachten.de.
Unkontrollierte Selbsterhitzung einer Batteriezelle mit Kettenreaktionsgefahr. Größtes Sicherheitsrisiko bei Li-Ion. Wird durch mehrstufige BMS- und Brandschutzkonzepte beherrscht.
Vanadium-Redox-Flow-Batterie. 15.000–20.000 Zyklen, höchste Sicherheit, niedrige Energiedichte. Ideal für Langzeitspeicher mit hohem Zyklusbedarf und Laufzeiten über 20 Jahre.
Weiterführende Informationen und persönliche Beratung
Für individuelle Fragen und weiterführende Fachinformationen wenden Sie sich direkt an Solartechnik Bayern – Ihren zertifizierten Fachbetrieb und Gutachter für Batteriespeichersysteme in Bayern.