Warum Netzstabilisierung immer wichtiger wird

Das europäische Verbundnetz wird mit 50 Hz betrieben. Schon geringe Frequenzabweichungen können Schäden an Verbrauchern verursachen oder im schlimmsten Fall einen Blackout auslösen. Mit dem wachsenden Anteil volatiler erneuerbarer Energien sinkt die natürliche Trägheit des Netzes – Batteriespeicher können diesen Verlust nicht nur kompensieren, sondern dank Millisekunden-Reaktionszeit sogar übertreffen.

Frequenzregelung: Millisekunden entscheiden

Die Primärregelleistung (FCR) muss bei Frequenzabweichungen ≥ 10 mHz innerhalb von 30 Sekunden vollständig aktiviert sein. Konventionelle Kraftwerke benötigen ihre gesamte Reaktionszeit – BESS reagieren in unter 200 Millisekunden. Das ist rund 1.000-fach schneller. Mehr: Primärregelleistung (FCR).

Spannungshaltung und Blindleistung

Neben der Frequenz muss auch die Netzspannung in engen Grenzen gehalten werden. Moderne BESS-Wechselrichter (PCS) können aktiv Blindleistung kompensieren und zur Spannungshaltung beitragen – ein zunehmend nachgefragter Service von Netzbetreibern mit eigenem Vergütungsrahmen.

Synthetische Trägheit

BESS simulieren durch schnelle Leistungsregelung die Wirkung rotierender Massen im Netz (Synthetic Inertia). Damit kann der durch den Rückgang konventioneller Kraftwerke entstehende Trägheitsverlust zumindest teilweise kompensiert werden. Erste Pilotprojekte in Großbritannien und Australien zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Schwarzstartfähigkeit

Im Falle eines vollständigen Netzausfalls können schwarzstartfähige BESS das Netz von Null wieder hochfahren – ohne externe Energieversorgung. Mehr: Schwarzstartfähigkeit von Batteriespeichern.

Weiterführende Informationen und persönliche Beratung

Für individuelle Fragen und weiterführende Fachinformationen wenden Sie sich direkt an Solartechnik Bayern – Ihren zertifizierten Fachbetrieb und Gutachter für Batteriespeichersysteme in Bayern.